Bundesfachschaftentagung Politikwissenschaft – so war es

Endlich, ENDLICH (!) gab es wieder eine Bufata für Politikwissenschaft in Deutschland. Nun, zuerst einmal: was ist eine Bufata? Die Bundesfachschaftentagung ist ein Treffen Studierender aller Fachbereichsvertretungen für Politik, um sich untereinander über die Fachschaftsarbeit auszutauschen, gemeinsam an Workshops teilzunehmen und voneinander zu lernen. Über ein ganzes Wochenende hinweg haben wir uns wichtigen Themen gewidmet, die die erfolgreiche Vertretung Studierender betrifft.

Am Freitagnachmittag nach unserer Schluck Schnecken(hof)-Party kamen unsere Gäste nach Mannheim. Einige waren bereits früher angereist, um den Hof zu besuchen und waren begeistert von dem Konzept unserer Schneckenhof-Feten. Auch wenn ein paar den Weg nicht antreten konnten, wie die Fachschaft aus Wien (die einzige Fachschaft, die unsere Bufata auf die internationale Ebene gehoben hätte!), deren Auto sich am Tag der Abreise verabschiedete, hatten wir doch an die 70 motivierten Fachschaftler*innen.

Nach einer Vorstellungsrunde, einer Stadtführung und die Möglichkeit das Schlossmuseum zu besuchen, hielt Professor Dr. König einen Vortrag im Schloss über das „Journal of Political Science“, das zum ersten Mal in Europa hier in Mannheim herausgegeben wird. Herr König, der der Herausgeber ist, berichtete wie es dazu kam und erzählte von den bürokratischen und internen Hürden, die zu überwinden waren. Abends zeigten wir Mannheim von seiner besten Seite und boten eine Jungbusch-Kneipentour an, die große Begeisterung hervorrief. Am Samstagmorgen, nach einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück, gingen die Workshops, der Kern der ganzen Bufata, los.

Es wurden insgesamt sechs Workshops in zwei Blöcken angeboten, sodass jeder die Möglichkeit hatte zwei Workshops insgesamt zu besuchen. Die Themen und Ergebnisse der Workshops waren:

„Finanzierung der Fachschaft: Wie sollte ehrenamtliche Arbeit finanziert werden?“

Wie sich herausstellt sind wir eine ziemlich reiche VS (Verfasste Studierendenschaft) und werden vergleichsweise mit vielen Geldern in unserer Fachschaftsarbeit gefördert. Des Weiteren ging es um die verschiedenen Töpfe, was eingereicht werden kann und am Rande auch um die Planung von Veranstaltungen wie z.B. Feten. Auch ging es um die Legalität von Geldflüssen und Vereinsgründungen.

„Lehre dekolonisieren: „Was tun, wenn wir nur alte Männer vorgesetzt bekommen?“

Dieser Workshop wurde von der Fachschaft aus Münster gehalten und vorbereitet. Hintergrund hierzu ist, dass hauptsächlich weiße Dozierende und europäische Autor*innen an der Uni behandelt und zitiert werden. Wie kann man dem entgegenwirken? Hierzu wurden Vorschläge und Konzepte vorgestellt und Mailingliste zur weiteren Kommunikation erstellt.

„Mitstudierende erreichen“

Es wurden keine neuen bahnbrechenden Konzepte erarbeitet, jedoch fanden ein guter Austausch und eine lebendige Diskussion statt. An anderen Unis gibt es andere Arten von Veranstaltungen und Möglichkeiten Feedback zu geben, die eventuell auch nun hier bei uns ausprobiert werden. Hierzu werdet ihr in Zukunft mehr erfahren, da intern teilweise neue Beschlüsse dazu gefasst wurden.

„Der Bologna Prozess: Die Umsetzung der Ziele und was dabei schief gelaufen ist“

Es gab Gespräche über die allgemeine Ausstattung der Unis (wir haben eine sehr gute Ausstattung), die Anwesenheitspflicht (einige Fachschaften sind schockiert über diese Regelung bei uns) und die Bib-Öffnungszeiten (andere Bibs haben 24/7 geöffnet). Der grobe Konsens aus dem Workshop war, dass man ziemlich unzufrieden mit der Bologna-Reform ist. Trotzdem war früher nicht alles besser, das neue System hat auch seine Vorteile. Schlussendlich konnte leider kein gemeinsames Paper erstellt werden.
„Unistruktur: Hochschulgruppen & Fachschaften, Mitstudierende erreichen“

Mannheim stach durch seine klaren Strukturen im Vergleich zu den Anderen hervor. Was nun angegangen werden soll ist eine bessere Repräsentation der Lehramtsstudierenden. Auch aus Konstanz haben wir eventuell Verbesserungsvorschläge erhalten, die wir besprechen und weiter verfolgen werden.

„3 Minuten vor zwölf – eine Generation im Mittagsschlaf oder warum studierst du Politikwissenschaften?“

Welche Aufgabe hat man als PoWi-Studierenden? Sind wir weniger politisch als Studis in der Vergangenheit? Kann oder sollte eine Fachschaft politisch sein? Mit diese Fragen wurde sich im Workshop auseinander gesetzt und nach Gründen und Lösungen gesucht.

In den Workshops wurde viel diskutiert, aber auch viele Gemeinsamkeiten gefunden, sowie Tipps ausgetauscht. Es haben sich inzwischen in unserer Fachschaft daraufhin mehrere neue Arbeitskreise gebildet, um die neuen Anregungen umzusetzen und unsere Arbeit zu verbessern.

Danach veranstalteten wir ein BBQ mit gemütlichem Flunkyball, das später am Abend noch sehr kompetitiv wurde. Wir wurden für unsere „Kronkorkenregelung“ gelobt und einige wollen diese nun auch bei sich einführen. Vor allem an diesem Abend hatten wir die Möglichkeit auch persönlichen Kontakt mit den andern Fachschaften aufzubauen, mit den Einzelnen zu reden und uns im über Unterschiede an den Unis und in den Fachschaften zu unterhalten. Es wurde sich aufgeregt über Uni-Politik, Politik allgemein, Besuchseinladungen ausgesprochen und Singstar bis in die frühen Morgenstunden gespielt. Sonntag war leider auch schon der Tag der Abreise. Aus der Abschlussrunde mit konstruktiver Kritik haben wir Vieles für eine mögliche nächste Bufata im FSS 2018 mitgenommen und haben uns vorgenommen dafür zu sorgen, dass diese sinnvolle Tradition weiter gepflegt wird.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Professor Dr. König für seinen Vortrag, den anderen Fachschaften für ihre Motivation, Ehrlichkeit und Mitarbeit, sowie allen Mannheimer Fachschaftler*innen, die das gesamte Wochenende mitgeholfen haben, bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre die Bufata in dieser Größe nicht möglich gewesen. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

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