Stimmen aus dem Ausland: Warum eigentlich weg?

Warum das gemütliche Nest verlassen?

Viele von uns Studis entscheiden sich im Laufe ihrer universitären Karriere für ein oder zwei Semester im Ausland. In der Theorie ergibt das Herumkommen, das Entdecken anderer Kulturen und Traditionen und die Erweiterung des eigenen Horizontes auch Sinn. Wir sind jung und suchen die Herausforderung, uns ist es auch relativ egal, in welchem Land oder Kontinent wir später mal arbeiten und natürlich machen sich Auslandserfahrungen immer gut im Lebenslauf. Vor allem für alle die, die sich der Politikwissenschaft oder der Soziologie verschrieben haben, ist Letzteres gar nicht mal so unwichtig, auch wenn man es sich oft nicht eingestehen möchte.

Einmal entschieden, sich in das Abenteuer zu stürzen wo anders zu studieren und zu leben, gibt es auch keinen Weg mehr zurück. Papiere müssen ausgefüllt, das Motivationsschreiben verfasst und die Reise geplant werden. Die ersten Fehler werden begangen, Papiere werden erneut ausgefüllt, herausgesuchte Kurse verschwinden plötzlich wie durch Zauberei von den Internetseiten der Partnerunis und das Visa lässt vielleicht doch viel zu lange auf sich warten. Viele Stunden vor dem PC, am Telefon und in der Sprechstunde mit der Auslandskoordination vergehen aber schließlich passt irgendwie doch alles und es steht dem Abstecher ins Neue nichts mehr im Weg.

In der neuen Heimat angekommen, den Abschiedsschmerz schon einigermaßen verdaut und das Hin und Her beim Organisieren schon längst vergessen, wird dann nur noch die Zeit genossen…

Warte! Was?

Natürlich kommen schon die nächsten Probleme auf uns zu. Ganz großes Thema bei vielen ist die Wohnungssuche. Man informiert sich natürlich zuvor, liest Erfahrungsberichte und schaut auf verschiedenen Seiten nach Angeboten. Man hadert mit sich, ob man schon davor über eine Agentur gehen oder doch den ungewöhnlich teuren Preis des Wohnheims akzeptieren soll, letztlich hilft alles nichts: Es wird vor Ort gesucht. Was als sehr lebhafter Wohnungsmarkt angepriesen wird, entpuppt sich schnell in einen unglaublichen Wettbewerb, den man nur mit viel Glück und ein paar kleinen, wenn auch unmoralischen Tricks gewinnen kann. Nach den ersten Tagen der Suche und dem ersten oder vielleicht auch fünften Tief, starrt man nur noch auf sein Handy und wartet auf neue Angebote oder Rückmeldungen. Die anfänglichen Kriterien, die man noch an die zukünftige Wohnung stellte sind schon längst vergessen und das Budget bis zum letzten Cent verplant. Bei jedem neuen Update auf den verschiedensten Seiten wird nicht alles versucht: soziale Medien, Email und Telefonterror. Ganz nach dem Motto first come, first serve rennt man so schnell wie möglich mit Unmengen von Geld (Kaution und Miete) zu jeder Gelegenheit, die sich ergibt und kämpft um ein Bett und ein Dach über dem Kopf mit tausend anderen Austauschstudis.

Von der Organisation an den Universitäten im Ausland darf man gar nicht erst beginnen. Hat man erst mal die Kurskataloge gefunden, entschlüsselt und letztendlich die Kurse gefunden, die man sich auch anrechnen lassen kann, werden diese natürlich dieses Semester doch nicht angeboten, sind voll oder die jeweiligen Profs wollen keine Austauschstudis.

Und das ganze nehmen wir auf uns, nur für einen kleinen Eintrag im Lebenslauf und weil wir so verrückt sind, immer wieder die Herausforderung zu suchen? Naja, irgendwie schaffen wir es ja trotzdem am Ende Kursen zu folgen und wir schlafen auch nicht auf der Straße. Der ganze Stress lässt uns über uns hinauswachsen, wir sammeln viele Erfahrungen, verbessern unsere Sprachkenntnisse und noch viel wichtiger, wir lernen viele Leute kennen. Die Freundschaften machen es alles irgendwo erträglich und wie man weiß, geteiltes Leid ist halbes Leid. Der Stress ist schnell vergessen und beginnt schnell, die Zeit wirklich zu genießen und mit einem ganz anderen Fokus die Stadt und das Land zu erkunden. Selbst wenn man sich oft außerhalb der eigenen Komfortzone wiederfindet, es lohnt sich also das Nest zu verlassen und ein wenig Abwechslung und Herausforderung in den Alltag zu bringen.

/DMT

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Stimmen aus dem Ausland: Limerick, Irland

Mannheim ist international ausgerichtet – das bekommt man direkt in den ersten Tagen hier am Schloss mit. Doch ehrlich gesagt war ich die ersten beiden Semester erst einmal damit beschäftigt zu verstehen, was genau Soziologie ist und wie ich im PC Pool meine Texte ausdrucke (das durfte ich nach meinem Auslandsaufenthalt aufgrund der ganzen Änderungen übrigens gleich noch mal lernen).

Prinzipiell wird von Seiten der Uni empfohlen, dass Soziolog*innen im 4. Semester ins Ausland gehen. Der Grund? Für die beiden Aufbaumodule „Methoden und Statistik“ sowie „Sozialpsychologie“ müssen im fünften Semester die Kurse Forschungspraktikum II mit 10 ECTS sowie eine VL in Sozialpsychologie mit 7 ECTS und ein Hauptseminar in Sozialpsychologie mit 5 ECTS belegt werden. All diese Kurse in dieser entsprechenden Kombination im Ausland ebenfalls zu erfüllen kann schnell zu Schwierigkeiten führen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen: An der University of Limerick hat gerade diese Fächerkombination gut geklappt. Auch wenn ich viele Kurse statt in Soziologie eher in Modulen der Psychologie belegt habe, hat mir das gerade noch einen tieferen Eindruck in die Materie gegeben.

Und was kann ich zum Ausland noch sagen? Es hat sich gelohnt. Ein Semester durfte ich an der University of Limerick an der Westküste Irlands verbringen. Dort habe ich nicht nur gelernt Guinness zu lieben, sondern auch viele interessante Veranstaltungen wie zum Beispiel Political Psychology besucht. An der University of Limerick gibt es viele Clubs und Societies, so war mir von Surfen bis Skydiving alles geboten! Und durch die vielen angebotenen Trips der International Society habe ich auch viele schöne Ecken Irlands schnell erkunden können.

Irland allgemein war eine wunderbare Erfahrung, die ich allen empfehlen kann. Dass die Iren zum freundlichsten Volk der Erde gehört ist kein Mythos – ich kann gar nicht beschreiben wie oft mich die Freundlichkeit der Einheimischen überrascht hat. Vom Taxifahrer, der uns aufgrund von Geldmangel doch günstiger nach Hause gefahren hat über den Busfahrer, der uns einfach unterwegs aufgegabelt hat, weil es mal wieder in Strömen geregnet hat.

Falls ihr mehr über das Auslandssemester oder die University of Limerick wissen wollt, meldet euch einfach bei der Fachschaft!

Ihr habt weitere Geschichten aus dem Ausland, die ihr gerne mit anderen Studierenden teilen wollt? Dann meldet euch unter fssowi@mail.uni-mannheim.de

Stimmen aus dem Ausland: Swansea, UK

Du denkst schon länger darüber nach ein Semester im Ausland zu studieren, neue Erfahrungen zu sammeln, mal über deinen Tellerrand hinaus zu schauen?
Dann lass dir eines sagen: Es wird die beste Entscheidung sein, die du treffen kannst!

Ich selbst bin im 4. Semester Soziologie und studiere momentan an der Swansea University in Wales – und ich habe es noch keine Sekunde bereut! Es ist eine tolle Erfahrung, sowohl aus akademischer, als auch aus persönlicher Sicht.

Es ist definitiv interessant auch andere Forschungs- und Denkansätze soziologischer Fragestellungen kennen zu lernen. Ihr könnt zum Beispiel während eurer Vorlesung über die strukturelle Entwicklungen der Familie in UK und deren Auswirkungen auf die Familienpolitik diskutieren oder in Essays darüber urteilen, ob Forscher durch ihre Darstellung von Daten unsere Risikobereitschaft beeinflussen.

Aber natürlich verleiht dir ein Semester im Ausland nicht nur eine andere Sichtweise auf akademische Fragen: Du wirst dich auch persönlich so viel weiter entwickeln!

Ich habe hier in Swansea Menschen aus aller Welt kennen gelernt, neue Freundschaften geschlossen, die besten Partys gefeiert und ein wunderbares Land mit einer außergewöhnlichen Landschaft kennen gelernt.

Und egal ob man sich als Katerfrühstück zum Fish and Chips essen trifft, abends in der Uplands Tavern mit seinen Freunden einen Cider trinkt oder einfach an einem freien Nachmittag den Gower und die wunderschönen Strände Swanseas erkundet, ihr werdet auf jeden Fall ein tolles Semester haben, an das ihr euch euer Leben lang erinnern werdet.